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Prozessstart in Leupoldsgrün

Leupoldsgrün ist eine der ersten beiden LOSLAND Kommunen und befindet sich bereits in der Planungsphase für einen Zukunftsrat. Damit ist die kleine Gemeinde im bayerischen Oberfranken unsere Pionier-Kommune. Lesen Sie im Blogbeitrag über den Prozessstart in Leupoldsgrün.

Mitte Juni hat der Gemeinderat in Leupoldsgrün den Beschluss für einen Beteiligungsprozess einstimmig verabschiedet. Den Weg für den LOSLAND Prozess hat Bürgermeisterin Annika Popp bereitet. Schon vor Projektstart war sie im Gespräch mit den Initiatorinnen von LOSLAND und hat ihr Interesse für Bürgerbeteiligung bekundet. Bei einem ersten Besuch in Leupoldsgrün empfängt uns Annika Popp vor dem Rathaus und zeigt uns den Ort.

Mit 26 Jahren wurde Annika Popp 2014 zu Bayerns jüngster Bürgermeisterin gewählt. Man merkt schnell, dass ihr der Ort am Herzen liegt. Ihre Familie wohnt hier schon seit mehreren Generationen. Im Gemeinderat, der neben ihr aus zwölf Männern besteht, ist sie die Jüngste und die einzige Frau. Ihr Amt als Bürgermeisterin übt Annika Popp ehrenamtlich aus. Sie arbeitet zusätzlich im Büro eines Landtagsabgeordneten.

Bürgerbeteiligung in Leupoldsgrün

In ihrer Amtszeit haben Annika Popp, der Gemeinderat und die Verwaltung bereits einiges für den Ort erreicht: Glasfasernetz, E-Bike-Ladestationen und die Neugestaltung des Friedhofes, um nur einige Punkte zu nennen. Über den „Förderdschungel” regt sich die CSU-Bürgermeisterin trotzdem auf: Die Bürokratie stehe oft in keinem Verhältnis zu dem, was man eigentlich machen wolle. Von LOSLAND erhofft sich Annika Popp die Möglichkeit, von den Alltagsaufgaben einen Schritt zurück zu treten und mal „das große Ganze“ zu sehen, wie sie uns erzählt. Die Zukunft des Ortes will sie mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger gestalten.

Erstes Treffen der Steuerungsgruppe

Inzwischen wurde in Leupoldsgrün eine lokale Steuerungsgruppe gegründet. Diese setzt sich neben der Bürgermeisterin und ihrer Verwaltungsmitarbeiterin Nadja Schaller-Wolfrum aus Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen und Engagierten aus dem Ort zusammen. Die Steuerungsgruppe übernimmt die Planung des Zukunftsrats und wird dabei von unserem Moderationsteam Süd – Kristina Henry und Robert Pakleppa – begleitet.

Während eines ersten Treffens beschäftigte sich die Gruppe mit der Frage, was „Enkeltauglichkeit“ für den Ort bedeutet. Dafür haben die Mitglieder bei einem Spaziergang über eigene Erfahrungen der Enkeltauglichkeit reflektiert. In einem Sitzkreis ohne Tische und mit Hilfe eines Flipcharts wurden weitere Eckpunkte für den Zukunftsrat erarbeitet. Bereits bei diesem ersten Zusammenkommen achtete das Moderationsteam darauf, dass sich alle einbringen konnten – das A und O eines jeden Beteiligungsprozesses.

Für uns vom LOSLAND Team ist es entscheidend, den Kommunen kein vorgefertigtes Konzept vorzulegen. Die Beteiligten vor Ort sollen den Prozess als ihren eigenen ansehen und mit unserer Hilfe gemeinschaftlich gestalten. Schließlich kennen sie die lokalen Begebenheiten am besten. Beim nächsten Treffen der Steuerungsgruppe in Leupoldsgrün wird es dann vom Planen ins Organisieren gehen: Wie wird das Losverfahren durchgeführt, wann finden die Veranstaltungen statt, welche Themen soll der Zukunftsrat behandeln? Und dann kann es auch bald schon LOS gehen!